Ein erfülltes Netzwerktreffen Selbstorganisation in Kita & Schule

Hallo Katrin! … Und vor allem Danke für die tolle Zeit auf dem Mirabellenhof und bei der Veranstaltung! Ein wunderbarer Rahmen für ein ungemein bereicherndes Netzwerktreffen. ( Und das Essen so lecker!)
S. und ich sind voller neuer Gedanken und Pläne nach Hause gefahren. Es wird Wellen schlagen- in uns und in unserer Schule. Liebe Grüße! A.“

Das Netzwerktreffen hatte ich recht kurzfristig angesetzt und eine Belegungslücke bei uns auf dem Mirabellenhof genutzt – um so überraschender: die Resonanz war riesig und es war in kürzester Zeit ausgebucht. Es war toll, dass sich so viele engagierte und interessante Menschen bei uns zum Theme Selbstorganisation in Kitas & Schulen begegnen konnten! Und schön war auch die Vielfalt der Organisationen, das war so bereichernd!!!

Es war mir eine Freude als Co-Gastgeberin Anja Niemand dabei zu haben, die den Kindergarten „Wilde 9“ seit einigen Jahren in Richtung Selbstorganisation transformiert. Der Film über den Kinderalltag in diesem Kindergarten bewegt mich immer wieder zutiefst – wie die Kinder in ihrem Tun ganz bei sich sind. Und wie ein Teilnehmer beim Filmabend sagte: die Kinder erleben nicht nur Pädagogen, sondern „tätige Erwachsene im Arbeitsalltag“, wo sie zuschauen können und auch mithelfen können. Ich frage mich immer wieder, wie kann Schule diese Art des entdeckenden Sein & Lernen von Kindern weiter führen, die in diesem Kindergarten so gut gelingt?
Der Film bot auch Einblicke in den Teamalltag und ich habe Anjas Worte noch im Ohr, die so ungefähr besagten: Selbstorganisation beginnt mit Selbstgefühl – alle MitarbeiterInnen machen sich auf den Weg, sich selbst immer mehr zu spüren. Dies ist das Fundament, um neue Wege in Organisationen zu gehen. Ohne Selbstgefühl, aus dem Selbstverantwortung und Gleichwürdigkeit erwächst, bleibt alle organisatorische Änderung nur oberflächlich.
Den Film kann man hier sehen: https://vimeo.com/314009647

Für mich war eine Essenz des Netzwerktreffens, dass Selbstorganisation die natürliche und logische Konsequenz gelebter Ganzheit ist. Noch einige andere Menschen waren wie ich davon fasziniert, dass sich das Thema Ganzheit – alles darf sein, alles findet seinen Platz und jede/r findet seinen Platz – sich so konsequent auf alle Ebenen anwenden lässt: der Umgang mit mir selbst, mit meinem Mitmenschen und mit einer Gruppe/Organisation.

In meinem Input zum Thema „Neuronale Voraussetzungen für Selbstorganisation“ bin ich darauf eingegangen, dass ein Aspekt von Selbstgefühl ist, dass ich wahrnehmen kann wie es meinem Nervensystem gerade geht. Denn unsere Fähigkeit co-kreativ im Team zu arbeiten hängt wesentlich davon ab, dass mein Nervensystem nicht in die Panikzone kommt… und von den Fähigkeiten aller, emotionale Sicherheit für jeden im Team herzustellen.

Deshalb ist gelebte Ganzheit gleichzeitig Heilung von Trauma – in gelingender Selbstorganisation wird Energie freigesetzt und ganz nebenbei heilen wir uns selbst und erlösen uns immer mehr von Verhaltensweisen, die durch Ohnmacht, Blockaden und abgeschnittene Gefühle bestimmt werden.

Raum bekam auch ein besonderes Thema, auf das vielleicht viele auf dem Weg in die Selbstorganisation stoßen: Wie werden ungeliebte Aufgaben verteilt, wenn kein Chef mehr ein Machtwort sprechen kann???
Hilfreich dazu ist es, wenn wir uns einen Dialog im Team zu ungeliebten Aufgaben prozesshaft so vorstellen, wie in dieser Zeichnung:

entnommen dem wunderbaren Artikel: https://www.enliveningedge.org/tools-practices/reinventing-organizational-learning-towards-transformative-learning/

Unglaublich aber wahr, wenn jeder über sich redet, dem anderen gleichwürdig zuhört und Anerkennung und Resonanz für alles da ist, kann eine neue Lösung entstehen. Die Erfahrung bestätigt es…

Sehr ergiebig waren die zwei Runden Open-Space-Treffen zu selbstgewählten Themen der TeilnehmerInnen: Rolle des Vorstands in Vereinen, Wie kommen wir zum WIR? Wie Ganzheit in der Einrichtung fördern? Wie kann ich Entwicklung anstoßen? Struktur und Selbstorganisation?

Zum Thema „Rolle des Vorstands“ habe ich viel neue Inspiration bekommen und wenn ich es schaffe, meine Gedanken zu sortieren und aufzuschreiben, werde ich dazu gesondert noch mal einen kleinen Blogartikel herausgeben.

Das gute Essen hat übrigens Saskia Reim, Atelier der Sinne, gezaubert. Diesmal sogar vegan und glutenfrei, dennoch so köstlich wie immer. Das Netzwerktreffen fühlte sich für mich nach frischem Wind & Aufbruch an, ich bin mir sicher, es wird weitere geben. Wann und wo auch immer…